SPICK MICH : Umstrittene Kunst - Graffitis nun im Museum

Sprayer lieben es auf der Straße ihre Kunst zu zeigen, das ist illegal, mutig, ein Abenteuer, ein Einsatz und ein Risiko.
Nichts desto trotz werden die Tags der Sprayer nun endlich aus einer anderen Perspektive betrachtet, nämlich aus einer künstlerischen und das rückt die Szene endlich aus dem Licht der „Illegalität“.
Das französische Staatsmuseum, der viktorianische Pariser Grand Palais, zeigt derzeit auf der Ausstellung „ Le Tag – Collection Gallizia“ dem Publikum die Werke der sprayenden Künstler aus einer noch nie dagewesenen Sichtweise. Unter dem Motto „Liebe“ konnten mehr als 150 Graffiti-Künstler aus der ganzen Welt zeigen, zu was sie fähig sind.
Wenn die Künstler auf die Straße gehen, zeigen sie in ihren Graffitis meist Aggression, Parolen oder Aufforderungen gegen Politik und Staat – deshalb hat das Thema „Liebe“ viele von ihnen besonders gereizt. Insgesamt sind 62 Sprayer aus den USA, 51 Franzosen, vier Deutsche und ein paar Belgier, Briten, Schweizer, Kanadier, Australier, ein Koreaner und ein Japaner dabei. Viele der eingeladenen Gäste sind nicht erschienen –vielleicht aus Angst, vielleicht aber auch weil es gegen ihre Grundsätze des „freien“ Sprayens verstößt.
„Iz the Wiz“, Spezialist im subway-spraying (U-Bahn sprayen) aus Amerika, hat aus einem großen und vielen kleinen Herzen ein rosa Ausrufezeichen mit rotem Rand hinter seine Initialen gebastelt. Der ebenfalls aus Amerika stammende Tagger „ Stayhigh“ hat zu seinem roten Herz noch dreimal "Love" und einmal "make love not war" gesprayt.
Insgesamt ist die Ausstellung in Paris ein voller Erfolg und zeigt die sonst so verpönten Bilder aus einer neuen Perspektive.
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